16. November 2022

Nachrichtenwerte zur WM in Katar kritisch hinterfragt

Bestimmte Nachrichtenwerte funktionieren bei der WM in Katar besser und sind oftmals selbstreferenziell. Dabei aber auch falsch.

Je hysterischer und lauter die Berichterstattung zur anstehenden Fußball-WM in Katar wird, desto skeptischer wird der PR-Berater in mir. Denn bestimmte Nachrichtenwerte funktionieren besser und sind oftmals selbstreferenziell. Dadurch entsteht eine Verstärkung, die sich oftmals von der Wirklichkeit entfernt.

Die Übersicht zeigt Nachrichtenwerte, mit denen wir Kommunikatoren in unterschiedlichen Kanälen arbeiten.

Kulturunabhängige Faktoren

Wenn wir aktuell an die WM denken, kommen zunächst die kulturunabhängigen Faktoren in Betracht: Natürlich zählt die weltweite Bedeutsamkeit dazu, genauso wie der vierjährige Rhythmus. Und wenn wir dran denken, wie sich die Masse der Meldungen zur WM erhöht, erkennen wir den Schwellenfaktor für die Berichterstattung.

Auch die anderen kulturunabhängigen Faktoren lassen sich bei einer WM gut zuordnen, z.B. wenn ein Underdog ins Finale einzieht.

Kulturabhängige Faktoren

Spannend sind die kulturabhängigen Faktoren. Hier sehen wir insbesondere die Negativität im Zentrum der Berichterstattung. Denn was die deutschen und westlich-geprägten Medien kritisch betrachten, spielt für andere Regionen der Welt keine Rolle in der Berichterstattung.

Bei uns nimmt insbesondere der Aspekt der Menschenrechte einen großen Raum ein. Und jetzt beginnt die spannende Bezug zu kulturunabhängigen Faktoren: Eindeutigkeit, Konsonanz, Frequenz. Diese verstärken die negativen Nachrichtenwerte überdeutlich. Wir als Rezipienten fokussieren uns zunehmend darauf und fühlen uns in unserer Meinung bestärkt, dass die WM in Katar ausschließlich für Menschenrechtsverletzungen und Korruption steht.

WM in Katar bietet mehr Nachrichtenwerte

Aber auch wenn ich mich jetzt in die Nesseln setze: Nachdem ich die FIFA-Doku auf Netflix gesehen habe, glaube ich schon an ein ehrliches Interesse der katarischen Herrscher, die WM zur Verbesserung der Arbeits- und Lebenssituation in ihrem Land zu nutzen. Natürlich besteht ebenfalls ein Interesse ein besseres Image zu bekommen. Natürlich hat dieses Land kaum etwas mit Freiheit und noch weniger mit Demokratie zu tun.

Aber so langsam bin ich auch bei Willi Lemke, dass man die Entwicklung von Beginn an betrachten sollte, auch wenn es medial gerade nicht opportun ist.

Daher hilft die Nachrichtenwerte-Theorie, um sich selbst zu hinterfragen, wie Presse, aber auch soziale Medien funktionieren.

Wer mehr dazu wissen will, kann mich gerne kontaktieren: nicolas@scheidtweiler-pr.de. Ich biete spannende Seminare zu diesem und anderen Themen aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Nicolas Scheidtweiler, Inhaber von Scheidtweiler PR, Agentur aus BremenAktuelle Informationen über den Autor Nicolas Scheidtweiler erhalten Sie bei Linkedin. Er studierte in München und Hagen und arbeitet seitdem in verschiedenen Funktionen und Bereichen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Verknüpfung von praktischen Erfahrungen mit einem Theorie-Fundament.

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